Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Bad König


Die Freiwillige Feuerwehr Bad König wurde am 27. November 1880 gegründet. Zu diesem Zeitpunkt bestand sie aus 54 aktiven und 15 passiven Mitgliedern. Der Gründer und erste Kommandant hieß Gottfried Büchner, er leitete die Wehr noch bis 1896. Unter seiner Leitung konnte im Jahre 1890 endlich die erste Feuerspritze angeschafft werden, die sich immer noch im Besitz der Wehr befindet und die voll funktionsfähig ist.
Sechzehn Jahre später, 1896, schied Büchner als 1. Kommandant aus und am 14. September desselben Jahres entstand der große Brand am Schlossplatz, ihm fielen vier Wohnhäuser, sechs Scheunen und Zehn Nebengebäude zum Opfer.
In dieser Zeit weilten oft Regierende Häupter auf Besuch des Fürsten zu Erbach im hiesigen Schloss, da man darauf bedacht war diesen Gästen eine Ehrenwache zu stellen und in Ermangelung einer militärischen Wache übernahm die Feuerwehr diese Aufgabe. Zur Zeit des Ersten Weltkrieges bestand die Feuerwehr zeitweise nur aus drei Aktiven, da alle waffenfähigen Männer im Felde waren. In Not geratene Angehörige und Hinterbliebene wurden aus der Vereinskasse unterstützt. Es folgen nach 1918 die entbehrungsreichen Jahre der Inflation und erst 1923 konnte die Vereinstätigkeit wieder aufgenommen werden. Eine Ehrentafel im Vereinslokal erinnert an die gefallenen Kammeraden. Im Jahr 1925 zog die Wehr mit ihren Gerätschaften in das alte Gaswerk um. Auch ein Spielmannszug wurde in diesem Jahr gegründet.
Die "Machtübernahme" im Jahr 1933 machte auch vor der Feuerwehr nicht halt, deshalb stellte der damalige 1. Kommandant Adam Schwinn sein Amt zur Verfügung. Die Feuerwehr erhielt neue Uniformen und wurde militärisch umgestaltet. Der Kreisfeuerwehrtag wurde im Jahr 1937 noch einmal in Bad König abgehalten, bei dieser Gelegenheit wurde der Wehr eine Motorspritze übergeben und bald danach ein Auto dazugekauft.
Der 2. Weltkrieg brach aus und die Männer mussten nach und nach zur Wehrmacht einrücken. Mit dem Überhandnehmen der Luftangriffe wurde eine zweite Motorspritze gekauft und die Wehr musste zu mehreren Einsätzen nach Darmstadt, Offenbach und Frankfurt ausrücken, meist mit Jugendlichen die man eilig an den Geräten ausgebildet hatte Kurz nach dem Krieg wurde einen weitere Motorspritze angeschafft, so dass man jetzt mit drei Spritzen bestens gerüstet war. -Alle für einen! Einer für alle!
Soweit die Feuerwehrgeschichte des Lehrers August Gemmer. Sie umfasst die Jahre 1880-1951.

1955 existierte auch noch eine zusätzliche Pflichtfeuerwehr, zu der die anstehenden Jugendlichen eigezogen wurden. Anders ging es da bei der Freiwilligen Feuerwehr zu, es wurden Lehrgänge besucht und Kameradschaftsabende abgehalten. Dieser "Zustand" bereitete den Verantwortlichen große Schwierigkeiten. Man einigte sich daher auf die Auflösung der Pflichtwehr und die Gründung einer Jugendfeuerwehr, im Jahre 1956.
Bei den Feuerwehleistungswettkämpfen in Jahre 1957 errangen die Männer um OBM Körner und HLM Heinrich Schäfer die Plätze 13 und 16. Da der Gemeinde Geld für die Neuanschaffung eines Fahrzeuge fehlte zogen die Kameraden von Haus zu Haus und sammelten eine Summe von DM 8.400,- für den Kauf eines LF 8 im Jahre 1960. Im Jahr 1963 erfolgte der Beschluss für die Umgestaltung des Gerätehauses um die Neue Fahrzeugtechnik unterbringen zu können. Im Jahr 1965 wird Bad König Löschbezirk und ist fortan als Stützpunkfeuerwehr für Bad König und sämtliche Stadtteile sowie für die Gemeinde Brombachtal mit ca. 3.500 Einwohnern zuständig. Als Stützpunkt musste ein TLF 16, ein Schlauchwagen, ein Rüstwagen und ein LF 8 (bereits vorhanden) vorgehalten werden. Das TLF wurde von der Stadt beschafft, SW 1 und RW 1 stellte das Land zur Verfügung. Der Bau eines Neuen Gerätehauses wurde ausgeschrieben. 1970: Das Neue Gerätehaus ist bezugsfertig, alle Fahrzeuge sind vorhanden. Karl Heilmann wird als Ortsbrandmeister von Werner Ewald und Horst Seitz abgelöst. Außerdem wurden die ersten Funkgeräte beschafft. Im Jahr 1975 wurde die Jugendfeuerwehr durch Horst Seitz wiedergegründet sie hat von da an bis heute bestand. Außerdem wurden die ersten Piepser probehalber angeschafft. 1980 wurde dann das 100 jährige Jubiläumsfest der Feuerwehr gefeiert. In den Jahren 1983/84 versetze dann der "Feuerteufel" Wehr und Bürger in Angst und Schrecken alleine 6 Großbrände waren Anfang 1984 innerhalb eines Monates zu verzeichnen. Die Straßenbeleuchtung brannte die ganze Nacht, Polizei und Feuerwehmänner patrouillierten durch die Straßen, ohne Erfolg: Es brannte weitere acht Mal. Man musste sich sogar gegen Verdächtigungen wehren, wonach der Brandstifter in den Reihen der Feuerwehr zu suchen sei. In der Hauptversammlung 1987 stellte dann Werner Ewald sein Amt zur Verfügung, Nachfolger wurden Horst Seitz und Willi Jäckel. In den Folgenden Jahren wird dann das Thema Neubau/Umbau Feuerwehrhaus heiß diskutiert. Man einigt sich dann mit der Stadt auf teilweisen Abriss und Neubau am alten Standort. Im Jahr 1999 kann dann die neue Feuerwache feierlich eingeweiht werden.

Die Kommandanten (Wehrführer) der Wehr :

1880 - 1896:Gottfried Büchner 1934 - 1940:Hans Stockert
1896 - 1899:Jakob Koch 1940 - 1969:Karl Heilmann
1899 - 1906:Jakob Schäfer 1969 - 1988:Werner Ewald
1906 - 1909:Johann Otto Müller 1988 - 1993:Horst Seitz
1909 - 1931:Karl Koch III. 1993 - 2001:Udo Hinninger
1931 - 1933:Adam Schwinn 2002 - 2008:Carsten Walther
1933 - 1934:Karl Koch III. seit 2008:Kai Lautenschläger